2008-10-28

Tag 3 auf der NORWEGIAN DREAM in Hamilton (Deutsche Version)

Tag 3 beginnt nicht besonders vielversprechend. Ein Mix aus Sonne, Regen, Wind sorgt dafür, dass ich endlich an Land will.

Beim Frühstück fällt es auch auf. Irgendwie drückt es auch auf die Stimmung der sonst tollen Crew.



Sogar die Sachen, die normalerweise draußen angeboten werden, werden ins "La Trattoria" verlegt:



Übrigens ein wunderschönes Restaurant.

Nur für die Crew eine logistische Herausforderung, speziell für die Beine.

In der vergangenen Woche musste z. T. der Service eingestellt werden, weil man weder Crew noch Gästen gefahrlos nach oben bzw. unten bekam.



Aber die Optimisten bieten für heute Abend italienische Spezialitäten outdoor an.

Wir ziehen es lieber vor, drinnen zu essen und bestellen über Karin einen Tisch für 19.30 Uhr im "La Trattoria"



Und das ist die Vorderansicht des schönen Rücken, der entzücken kann: Julia aus Österreich.



In den Shops herrscht Schlussverkauf. Leider werden die Preise nicht so runtergesetzt, wie man es sich für den letzten Tag gewünscht hätte. Vor allem bei den Logo-Artikeln für die NORWEGIAN DREAM.

Was es nicht mehr gab: Einwegrasierer. So musste ich gestern unrasiert zum Kapitänsempfang.

Was es zusätzlich gab: Ein NCL-T-Shirt in Schiffsform. Wurde bestimmt durch den Cruise Director Denny arrangiert, dem ja mein HAL-T-Shirt auffiel.



Im Casino herrscht noch Stille, aber bis zur Ankunft in Bermuda wird es nochmals geöffnet.





Die ersten Bücher werden schon ausgeräumt.

Trotz Wind und Wetter: es sitzen immer welche im Hot Tub.





Im Schiff merkt man schon, dass bald Halloween ist.

Wir werden aufgrund der Wetterlage Hamilton anlaufen. Das war schon mal vor zwei Wochen der Fall. Danach ist man doch noch nach St. Georges umgezogen. Aber um es vorweg zu nehmen: wir bleiben in Hamilton, weil wir vielleicht noch nach St. Georges reinkommen, aber vielleicht nicht wieder rauskommen.

Eigentlich sollten wir um 12.30 Uhr bereits an Land sein, um unseren Ausflug zu beginnen. Was uns leider keiner gesagt hat: wir kommen erst mit Verspätung rein, so dass wir ausnahmsweise Mal ins SB-Restaurant Sports Bar zum Mittagessen gegangen sind.







Wie üblich verliebe ich mich in die Suppe und die gefüllten Croissants sind absolut genial. Nur das Lamm mit dem Pfefferminzgelee ist etwas "too strange" für mich...



So erleben wir den ersten Landkontakt:







Die GRANDEUR OF THE SEAS liegt im Dockyard. Da wir aber um einiges kleiner sind, könnten wir theoretisch nach St. Georges und ggfls. nach Hamilton. Deswegen sind die Routen mit der NORWEGIAN DREAM und NORWEGIAN MAJESTY sehr beliebt.





Als wir eine S-Kurve fahren müssen, drückt uns der Wind in eine ziemliche Schräglage.







Es regnet Bindfäden, so dass wir unsere Taxitour auf morgen verschieben.

Jack ist unser Taxifahrer und Freund von chiefD (Charlie), der uns ihn empfohlen hat und hat von sich aus eine Verschiebung angeboten, damit wir etwas davon haben.

So suchen wir ein Internet Café. Leider rutsche ich auf den nassen Fliesen weg, so dass ich mir eine böse Zerrung zuziehe, die ich bandagieren muss.

Im strömenden Regen geht es auch wieder zurück.



An Bord haben wir Nachricht von Karin, dass unsere Reservierung geklappt hat und werden zum "allgemeinen" Empfang für Latitude-Mitglieder eingeladen.



Ferner erhalten wir einen kleinen Gruß von unserer Latitude-Betreuung: Erdbeeren in Schokolade gehüllt.



Da wir aber Hunger haben und nur noch die Pizzeria derzeit aufhat, haben wir keine Chance als über das offene Deck bei dem Wetter zu laufen. Nur die Crew hat Glück: sie kann durch die Küche laufen.





Es gibt die üblichen amerikanischen Schmankerln...



Wir sind ziemlich kaputt und legen uns schlafen...

Eigentlich haben wir noch gar keinen richtigen Hunger. Aber da wir wissen, wie voll es dort sein kann, gehen wir trotzdem um 19.30 Uhr dahin.

Ich möchte mal kurz zusammenfassen was wir nächstes Erleben:

Um es mit Hans Christian Anderssens Worten zu beschreiben:

Ein häßliches Entlein, aus dem aber MORGEN ein wunderschöner Schwan wird.

Verschlafen, wie wir sind, merken wir erst auf dem Weg zum Restaurant, dass wir Jeans anhaben. Sicherheitshalber rufen wir an der Rezeption an: bitte keine Jeans im "La Trattoria" und wir gehen nochmals in die Kabine, um uns umzuziehen. Vollkommen umsonst, wie wir feststellen, als wir die Riesenschlange sehen.

Wir bekommen sehr schnell unseren Tisch, aber irgendwas stimmt nicht.

Natürlich ist es nicht das Ambiente eines "La Cucina" oder "Mamas Italian Restaurant" auf der JEWEL-Class oder die Eleganz auf der NORWEGIAN SUN.

Aber irgendetwas stimmt immer noch nicht.

Bei uns liegen zwei Butterstückchen auf einer Untertasse und Buttermesser werden nicht eingedeckt...





Unsere Vorspeise kommt: Sind denen Zwiebeln und Knoblauch ausgegangen???



Andere Tische bekommen sechs Stückchen Butter in einem Kühler und wir sprechen I Gede, unseren sehr netten indonesischen Ass. Maître D' an. Ihm fällt auch auf, dass wir eigentlich hätten Olivenöl und Balsamessig bekommen müssen. Deswegen fehlt ja auch das Buttermesser.



Der Balsamessig ist so sauer, dass ich erst Mal einen Hustenanfall bekomme. Irgenwie wurde die billigste Sorte vom billigsten Discounter genommen. Auch schaue man sich mal die Farbe des Olivenöls oben und unten von einem anderen Schiff an: den Unterschied schmeckte man. Es schmeckte nach fast gar nichts.



Auf die Antipasti haben wir verzichtet: Wegen der Stufen gibt es keinen Antipasti-Wagen und die Auswahlplatte, die wir an anderen Tischen gesehen haben, ist leider nicht so umfangreich, wie wir es von den anderen Schiffen her gewohnt sind.



Der Cäsarensalat wird offensichtlich auch nicht wie in den anderen Restaurants kurz vor dem Servieren frisch zubereitet, sondern vermutlich in großen Mengen, so dass er schon etwas lange in Salatsauce "gebadet" hatte. Irgendwie fehlt hier auch der Käse...



Meine Minestrone war lecker, aber irgendwie zuviel Gemüse für meinen persönlichen Geschmack.

Gestört hat mich es schon, dass der Käse nicht frisch gerieben wurde, wie hier auf den anderen Schiffen:



Nun passierte eigentlich etwas, womit wir absolut nicht gerechnet hatten:

Prima und Seconda kamen gemeinsam.

Man betrachtet hier Prima als Beilage zu Seconda und auch wenn jemand Pizza bestellt hatte, kam es auch nochmals gleichzeitig.

Das hintereinander, wie in Italien ist absolut unbekannt auf dem Schiff.



Leider mochte man Brunos Wunsch lediglich Spaghetti Aglio und Olio zu wollen nicht entsprechen.





Während wir im "Le Bistro" Pech hatten, dass alles leicht versalzen war, fällt hier der sparsame Umgang mit dem Salz sehr auf.

Wenn wir es gewusst hätten, dass Prima als Beilage verstanden hätten, hätte ich mit Sicherheit keine Spaghetti Bolognese bestellt, die übrigens leider total zermatscht waren.

Wir sind eigentlich dermaßen frustiert, dass wir Thomas Rußegger, den österreichischen Restaurant-Leiter an unseren Tisch bitten und ihm unseren Frust zum Ausdruck bringen.

Kurzerhand lassen wir alles abräumen und ich will noch eine Pizza, aber das war dann der nächste Fehler, den ich machen konnte.

Als sie kam fragte ich I Gede, ob sie von "Pizza Hut" oder "Domino" kommt:



Ich bekomme nur einen Bissen herunter, da ich sonst einen Darmverschluss durch den Käse befürchte.

Denn so sah unsere Pizza auf der NORWEGIAN GEM aus:



Bei der Bestellung von Tirami Su nahmen wir an, dass wir nichts mehr falsch machen konnten:



Der Teig wurde jedoch ertränkt. Vor allem schmeckte man weder den Tia Maria oder Amaretto raus. Und es war gar kein Mascarpone drin, denn der wurde rein aus Sahne gemacht.



Und hier die Alternativen von den anderen Schiffen...





Was ist eigentlich passiert???

Wir kennen die italienischen Restaurants von den NCL-Europa-Routen (wobei die NORWEGIAN SUN es auch sehr gut hinbekommen hat):

Da sind sehr viele europäische Gäste an Bord und gerade viele aus dem Mittelmeerraum: Diese würden sich beispielsweise so ein Olivenöl nicht gefallen lassen.

Wir sind aber hier auf einer Route, die nicht einmal in Europa aktiv verkauft wird.

Es wurde hier alles dem amerikanischen Geschmack angepasst. So bestellen viele einfach als Hauptgang ihre Cheese Tortellini und interessieren sich überhaupt nicht für tolles italienisches Essen. So fehlt auch Kalb Marsala auf der Karte. Dafür stehen andere pseudo-italienische Sachen auf der Karte.

Als ich dann noch die Herrentoilette besuche, kann ich die Tür nicht abschließen, weil die Tür verzogen ist und den WC-Sitz halte ich quasi in der Hand...

Hinzu kam noch: durch den strömenden Regen ist niemand an Land gegangen.

Daher die Crew hat einen tollen Job unter den Umständen geleistet!!!

Nun kommt die wichtigste Erkenntnis des Abends:

Es nützt nichts, wenn man sich ärgert, und dann frustriert nach Hause fährt, sondern man muss handeln und das sofort!

Daher kann ich mit dieser Kritik (die übrigens dann im cruisecritic.com gelöscht wurde) auch nicht nachvollziehen:

The ship is dingy and dirty! Food was horrible! Service was slow! Roughest seas EVER!!!! Peolple fell, dishes broke, shops trashed... One smashed, beligerent a$$hole pounds on our stateroom door at 11:30pm and then tries to force himself in our room claiming it's his!!! Security was useless!!! ... PRICELESS!!!

Good riddance Dream and NCL!!!!! :eek: :mad:

Bislang konnten wir bis auf die Herrentoilette im Bereich der "La Tratorria" nichts finden, was darauf schließen lässt, dass das Schiff aus der Flotte geht. Wir haben aber auch keine Zeit um genauer zu gucken, weil wir eine Crew haben, die uns so toll verwöhnt, dass wir dazu auch keine Lust haben.

Unsere beiden Stewards sind zwar nicht Juana von der NORWEGIAN JADE, aber sie fragen uns dauernd, ob sie noch für uns tun können. So fällt es dann auch nicht schwer, sie mal zu bitten, nochmals den Glastisch abzuwischen, weil wir mit dem Obst gekleckert haben.

Wir tragen unsere Kritik vor, in dem wir Vergleiche zu den anderen NCL-Erfahrungen ziehen. Wir tragen aber auch positive Kritik vor: wenn wir mit einem Offizier in Gespräch sind, dann erwähnen wir sowohl unsere positiven als auch unsere negativen Eindrücke! Über positive Eindrücke haben sie sich immer gefreut und über die negativen Eindrücke, kann ich jetzt schreiben: Wartet mal den nächsten Tag ab!!! Einen schöneren Schwan konnten wir nicht bekommen!!! Chapeau!!! Thomas Rußegger und sein Team haben unsere Kritik ernstgenommen und was daraus entstanden ist, werdet ihr unter Tag 4 nachlesen.

Deswegen nochmals: nehmt nicht die Eindrücke mit nach Hause, dass eure Reise nicht euren Erwartungen entsprochen haben, ohne dass ihr denen es an Bord gesagt habt.

Und wenn die Kritik nicht ernstgenommen wird, wie auf der NORWEGIAN JEWEL, dann kann man nichts anderes machen, außer sich zu Hause zu Ende zu ärgern.

Wir gehen weiter in die Show, die ein jonglierender Comedian darbietet.

















Hier wird mal wieder das Publikum eingebozogen...





Und als er eine Freiwillige auswählt, rennt eine Dame direkt auf die Bühne, auf der sie ihn anbaggert und auch ein kleines Mädchen.



Weil darauf hin noch mehr Kinder kommen, wird kurzerhand improvisiert, damit die Kinder auch ihren Spaß hatten. Wir im Publikum auch.

Die Dame, die sich aufgedrängt hat, wird erst einmal einem Wissenstest unterzogen.





Die praktischen Übungen schafft sie jedoch nicht.





Wie üblich kann man am Schluss eine DVD käuflich erwerben.

Lieber Denny: nicht böse sein, aber die dunklen schicken Anzüge und Uniformen sind einfach vorteilhafter bei der Figur...





Es ist also wieder White Hot Nights... Ich hasse diese T-Shirts...

Grund ins Bett zu gehen...



HeinBloed

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